Anekdote: Weihnachtsessen in Berlin und ein Bananenweizenbier mit Michael
Damals in Berlin, beim Weihnachtsessen vom ganzen STC-Team aus Zürich und London, war die Stimmung schon beim Essen ausgelassen. Aber wie das so ist – nach dem offiziellen Teil war noch lange nicht Schluss. Also sind wir weitergezogen und landeten schliesslich in der Bar des Radisson Blu Hotels für einen letzten Absacker.
Michael und ich standen an der Bar und bestellten uns ganz klassisch ein Weizenbier. Als die Gläser vor uns standen, schauten wir uns beide etwas irritiert an. Irgendetwas stimmte nicht. Das Bier war ungewöhnlich trüb, und am Boden hatte sich ein weisser Satz abgesetzt, der irgendwie… falsch aussah.
Wir beugten uns beide über das Glas, musterten es kritisch und waren uns ziemlich schnell einig: Das kann doch nicht gut sein.
Michael meinte nur trocken: „Ich glaube, das ist hinüber.“
Ich nickte. „Definitiv. Das trinkt doch niemand freiwillig.“
Also riefen wir den Barkeeper und erklärten ihm vorsichtig, dass mit dem Bier wohl etwas nicht stimme. Er schaute uns kurz an, dann auf das Glas – und musste grinsen.
„Das ist ein Bananenweizen“, sagte er.
Wir schauten ihn beide gleichzeitig an. „Ein… was?“
Geduldig erklärte er uns, dass zuerst eine Banane zerdrückt und ins Glas gegeben wird – und danach das Weizenbier darüber eingeschenkt wird. Dieser „komische Satz“ war also nichts anderes als pürierte Banane.
Für einen Moment war es still. Dann mussten wir beide lachen.
Michael hob das Glas, musterte es noch einmal skeptisch und meinte: „Na gut… dann probieren wir mal dieses Kunstwerk.“
Und so wurde aus einem vermeintlich verdorbenen Bier plötzlich eine der denkwürdigsten Bestellungen des Abends – inklusive der Erkenntnis, dass man in Berlin offenbar nie genau weiss, was einen im Glas erwartet.